PTARMIGAN / prähistorische zärtlichkeit

es hat alles nichts genützt. fleißiges konzertiern. großzügiges verschenken. platzierung auf den renommiertesten halblegalen blogs. das debütalbum OUR ANCIENT FRIENDS, out there seit april diesen jahres, der missourier band PTARMIGAN ist immer noch kein hit. zumindest bis zu mir hats es damals geschafft, auf abgejagten, von riesenpalmfarnen überstrickten pfaden. und rauf und runter hab ich es dann gehört und mich schon gefreut auf eine fulminante europatour, ohne zu ahnen, dass evan walton, peter marting und ted carstensen nicht mehr als local heroes und selbstvertreiber sind, nicht mal wirkliche webdarlings. reviews oder jubelnde verweise gibt es kaum. die schwärmerischen shouts auf last.fm stammen fast zur gänze von dankbaren usern irgendeines privaten trackers. ‘It’s interesting that this free album is better than the last ten I paid for.’ genau.
ich bin schon allein deswegen überzeugt, weil es lange her ist, dass ich mich leicht mit einem derartigen rockgitarrensound anfreunden konnte. das geheimnis heißt powerfolk. melodien und akkordfolgen sind allesamt von einer sanften rafinesse, die vocals elegant und dabei sonderbar, das drumming kreativ und all das hebt eben die songs so geschmackssicher aus dem gewohnten kontext der ja herkömmlichen instrumentierung heraus. dramaturgisch sind die songs in sich und über die ganze albumspanne angenehm unkonventionell. ich bin ganz wohlig verzweifelt. das sind bands, für die man zu bloggen anfängt. außerdem ist diese naturwissenschaftliche nomenklatur irgendwie schick. pleistozän. guten morgen holozän. hilfe hilfe, ein thylacin! das konnte ich im kindergaren unter der einfluss der gängigen fachzeitschriften auch alles herbeten. und alles prähistorische hat ohnehin immer seine eigene magie mitüberliefert. es ist konzeptuell cool, den seidenfadenen beziehungspalim des pop in szenerie und vokabular abgestorbener welten und zeitalter zu betten, flora und fauna, wo keiner weiß, welche farben das alles wirklich gehabt hat.
die ersten 9 der insgesamt 11 tracks sind allesamt und hundertprozentig hits. da beißt der velociraptor keinen faden ab. dann schwingt das album abrupt und für die letzten beiden nummern in eine rollende sentimentalität, wie der morgen danach. zack. bitte wiederholen sie den vorgang. sobald wie in unserem beispiel die unterbrechungen nicht eindeutig auszumachen sind und ein ganzes album - kunststück - wie ein einziger song funktioniert, ist man auch vor jeder singlehüpferei gefeit. ich müsste also, um die gehuldigte methode irgendwie anschaulich machen zu können eigentlich alle oder keinen song posten. aber nein. sind ja alles hits. EARDRUMS BURST ist mir der liebste, feige im grunde, weil der nun gerade keine rockgitarren hat, aber naja, asche, hier wird nach urzeitlicher mammutgänsehaut bewertet. und ein durchdachtes ANIMAL COLLECTIVE cover.
ich erkläre mich hiermit zu PTARMIGANS langem arm in deutschland. bis das alle hören. bis das alle zumindest mal gehört haben.
viel glück jungs! urlaubsgrüße aus einem jurassischen paradies! euer wald.
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Ptarmigan - My Girls (Animal Collective Cover) live
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